Vita Dirk Rave
Dikipedia, die

auch das D., nur im Singular gebräuchlich. Die sehr selten anzutreffende sächliche Form wird vorwiegend benutzt, um Ähnlichkeiten mit einem Blog zu verdeutlichen, von dem sich die D. aber durch alphabetische Sortierung und keinerlei Regelmäßigkeit beim Erscheinen neuer Einträge unterscheidet. Der Gebrauch des weiblichen Artikels unterstreicht, daß es sich bei der D. eher um eine Art individueller Enzyklopädie handelt.

Die Etymologie des Wortes D. ist umstritten. Auszuschließen ist eine Ableitung von Dicki Hoppenstedt (Einzelmeinung bei M. Schenk von Waldow). Sowohl die Schreibweise (Diki/Dicki), als auch die deutlich zu unterscheidende Länge des ersten Vokals belegen das. Aus den gleichen Gründen ist auch einer gelegentlich energisch vertretenen Herleitung aus dem englischen entschieden zu widersprechen. Nicht durchgesetzt hat sich zudem Dirkipedia (zuletzt präferiert von V. Schindel).

Advent, Advent, der Mastbaum brennt

Ein weihnachtliches Seemannsprogramm, dessen Uraufführung im Dezember 2004 auch die Geburtsstunde von Jan und Hein und Klaas und Britt war. Das Publikum war enthusiasmiert und zwang uns zum Weiterarbeiten: Advent, Advent, der Mastbaum brennt wurde so zur Keimzelle für das im Laufe der folgenden Jahre entwickelte Programm Paddeldaddeldudoch. Die Berliner Zeitung titulierte uns als „schrägste Schiffsbesatzung Berlins”.

Ahoi Berlin

Auf dem Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt auch unter dem Titel Allet orijinal gespieltes Programm, in dem Jan und Hein und Klaas und Britt sich nach Berlin verfahren. Als Dinner-Theater im mittlerweile geschlossenen Berlin-Story-Salon abendfüllend, ohne dazugereichtes Dinner noch nicht.

Akkordeon

Musikinstrument. Mein Werkzeug. — Nein, ich spiele kein anderes Instrument. — Ja, davon kann man leben.

Alles Lüge — Grille live in concert

Von mir inszeniertes Stück von Steffen Thiemann, frei nach Carlo Collodis „Pinocchio“, mit Musik von Rameau bis Janis Joplin, uraufgeführt 2007 am Schloßplatztheater Köpenick. Die Grille, gesungen und gespielt von Johanna Bolten, hat den Schlag, den Pinocchio ihr mit dem Holzhammer verpasste nicht nur überlebt, nein, sie fühlt sich seitdem berufen IHRE Version der Geschichte kundzutun. Und die klingt irgendwie anders als man sie kennt.

Arme Ritter

Kinderoper von Winfried Radeke für zwei Sänger, Puppenspieler und Akkordeon, deren Uraufführung Johanna Bolten, Cornelia Poser, Andreas Jocksch und ich 2003 an der Neuköllner Oper spielten. Laura liest gerne, besonders Ritterbücher. Eines Abends werden Figuren aus ihrem Buch lebendig und die sind alles Andere sind als angenehme Zeitgenossen. Jedenfalls sind sie nicht so, wie Laura sich Ritter vorgestellt hat.

Ballade vom großen Makabren, die

Theaterstück von Michel de Ghelderode, das 2002 am theaterforum kreuzberg von Anemone Poland inszeniert und für das ich als Musiker engagiert wurde. Die Lieder stammten von Ulrich Roski. Eine von mir komponierte Zwischenaktmusik ist der Marche du Grand Macabre.

Baumann, Karin

Fotografin, die in einer langen aber großartigen Session die auf dieser Homepage zu sehenden Fotos von mir gemacht hat.

bekehrte Trunkenbold, der

Originaltitel: L´ivrogne corrigé, Opéra comique von Christoph Willibald Gluck, die ich 2000 in Jena in einer eigenen, zum großen Teil neuübersetzten Fassung inszenierte.

Die Thüringer Landeszeitung schrieb: (…) Vor dem Hintergrund, die Heirat der Nichte einzufädeln, führt Dirk Rave, um optisch flüssiges Spiel bemüht, geschickt Regie mit mancherlei fast kabarettistisch wirkenden Posen, wodurch die inszenatorischen Einfälle in der Mischung aus Komödienspiel und Gegenwart ihre besondere Würze erhielten.

Berliner Breitbandkommunikation

Als Akkordeonist erweitere ich die um den Kern Holger Brüns und Andreas Wallbaum sich gruppierende Berliner Breitbandkommunikation Wort und Sinn um die Bereiche Musik und Spiel. Bei den auf diese Weise veredelten Programmen handelt es sich um Der goldene Elefant und Im Dschungel großer Gefühle.

Berlusconi, Silvio

Gangster, italienischer.

Bracke

Szenisches Oratorium von Winfried Radeke nach einem Roman von Klabund, an dessen Uraufführung 2003 ich als Akkordeonist im Orchester mitwirkte.

cacher l´art par l´art même

Fast unübersetzbares, bzw. vielfältig übersetzbares aber dadurch geheimnisvoll unverständlich bleibendes Zitat von Jean-Philippe Rameau. Und Titel des ersten gemeinsamen Konzertprogramms von Jenny Schäuffelen und mir, in welchem wir Stücke und Arrangements für zwei Akkordeons spielen. Neben barocken Werken (Vivaldi/Bach, Telemann, Rameau) und einem Orgelstück von César Franck sind auch sechs Kompositionen von mir im Programm.

Cinderellapop

Von mir inszeniertes Stück von Steffen Thiemann, sehr frei nach und mit Musik aus La Cenerentola von Giaocchino Rossini, uraufgeführt 2001 am Schloßplatztheater Köpenick. Bis 2007 im Repertoire.

Dalida — Arnold Krohne singt um ihr Leben

Mit Gesang (Arnold Krohne), Klavier (Jenny Schäuffelen), Geige (Peter Wünnenberg) und Akkordeon (ego) besetztes, kammermusikalisch-anspruchsvolles Programm rund um die italienisch-französische Sängerin, das zu ihrem 70sten Geburtstag 2003 im Kleinen Theater am Südwestkorso uraufgeführt wurde.

Dialoge der Karmeliterinnen

Oper von Francis Poulenc. Eine der zurecht meistgespielten weil bedeutendsten Opern des 20sten Jahrhunderts.

Dschungelcamp

und ähnliches Konzeptioniertes unter anderen Namen. Fernsehformat, das es Zuschauern ermöglicht, B- oder C-Promis beim Prostituieren zuzusehen.

Fluchend in die Karibik

Kabarett-Programm, das 2010 auf dem Theaterschiff Hamburg uraufgeführt wurde. Ein Ehepaar (Frank Roder und Saskia Kästner, bzw. ab 2011 Nici Neiss) treibt von der Piraten-Abenteuer-Urlaubsreise-Reisegruppe getrennt im Schlauchboot auf dem Atlantik. An diesem roten Faden entspinnt sich das Kabarett-Programm mit viel Musik. Ich begleite, leite und singe und spiele mit. Regie und Manuskript Michael Frowin.

Freie Universität

Hochschule in Berlin, an der ich von 1990-1992 Geschichte und Slawistik, sowie von 1993-1999 Musikwissenschaft und Italienisch studierte.

Fußgänger der Luft

Theaterstück von Eugène Ionesco, zu dessen Inszenierung am theaterforum kreuzberg ich 2007 einige Sprechchöre komponierte und mit den Schauspielern einstudierte.

Gellert, Christian Fürchtegott

Dichter und Moralphilosoph. Heute vor allem noch bekannt durch seine Fabeln, von denen viele trotz moralisch-lehrreichen Inhaltes erstaunlich humorvoll sind und rhythmisch-dramaturgisch exzellent gebaute Pointen haben.

goldene Elefant, der

Sozialistische Komödie von Alexander Kopkov. Als szenische Lesung mit Musik von der Berliner Breitbandkommunikation Wort und Sinn aufgeführt, mit mir als musikalischem Direktor und verdientem Aktivist des Akkordeonismus.

Hamster, der

und die Ameise. Fabel von Gotthold Ephraim Lessing: „Ihr armseligen Ameisen, sagte ein Hamster. Verlohnt es sich der Mühe, daß ihr den ganzen Sommer arbeitet, um ein so Weniges einzusammeln? Wenn ihr meinen Vorrat sehen solltet! — Höre, antwortete eine Ameise, wenn er größer ist, als du ihn brauchst, so ist es schon recht, daß die Menschen dir nachgraben, deine Scheuren ausleeren, und dich deinen räubrischen Geiz mit dem Leben büßen lassen!“

Hänsel und Gretel mit ohne Pfefferkuchen

Stück von Steffen Thiemann unter Verwendung von Musik von Engelbert Humperdinck, 2000 uraufgeführt. Meine erste Regiearbeit am Schloßplatztheater in Berlin Köpenick. Die Inszenierung ist bis heute manchmal im Spielplan.

Zitty war da und schrieb: (…) Die Inszenierung mischt Alltagsparodie mit Krimi-Spannung. Regisseur Dirk Rave schleicht sich von hinten an: Erst mal müssen die Kids sich wie zu Hause fühlen, dann kann ihnen die Oper verpasst werden.

Und das Neue Deutschland fand: Das ist witzig, Dirk Rave hat ganz heutig inszeniert.

Harder, Doris

Regisseurin, bei der ich erstmalig in einer professionellen Theaterproduktion hospitieren konnte (Offene Zweierbeziehung) und 1992 in Salzburg meine erste Regieassistenz machte (Voll auf der Rolle).

Herz über Bord

Operette von Eduard Künneke, die ich 2004 in einer eigenen Textfassung inszenierte, angelehnt an Andreas Bisowskis Version für die Neuköllner Oper. Kooperation mit der Edertalschule Frankenberg. Solisten waren Saskia Kästner (Liliane Brand), Rosemarie Arzt (Gwendolin), Arnold Krohne (Albert) und Wolfgang Tombeux (Hans).

Herzschmerz

Berliner Kabarett mit ebensolcher Schnauze, bestehend aus Mechthild Velten (meist als Frau Senfmilch) und Gabi Wildenhayn (meist als Frau Marotzke). Manchmal auch mit mir (als Akkordeon-Paule).

Hollerö dö dudl dö

Zweites Futur bei Sonnenaufgang.

Hunger und Durst

Theaterstück von Eugène Ionesco, zu dessen Inszenierung am theaterforum kreuzberg ich 2009 eine Schauspielmusik komponierte, die z.T. Motive aus Le Prophète von Giacomo Meyerbeer verarbeitete und bei der ich erstmals auch mit vorproduzierten Tönen und Musiken arbeitete, die z.T. als Halbplayback dienten (Zwischenaktmusik). Es ist kein einziges Akkordeon-Solo enthalten.

IndierInnen

2001 in der Studiobühne der Neuköllner Oper uraufgeführtes, von mir inszeniertes, verrücktes Stück von Holger Siemann mit Musik von Giacomo Meyerbeer. Ausstattung von Heide Schiffer-El Fouly. Meine am häufigsten besprochene Regiearbeit.

Die Welt schrieb: Ein Mix zum Brüllen, denn neben gediegener Albernheit wird gleich noch ein bisschen politisches Kabarett dazu geliefert.

Theater und Konzerte in Brandenburg meinte: (…) Dank der großartigen Regie von Dirk Rave, der einfachen, aber wirkungsvollen Bühnenausstattung und der kontrastreichen Kostüme wird die Inszenierung zu einem genußvollen Augen- und Ohrenschmaus. Mit dieser Produktion wird die Neuköllner Oper ihren ohnehin guten Ruf festigen und verbessern können. (…)

Ein Einschätzung, der sich auch das Berliner Stadtmagazin Zitty anschloß: (…) Nun kommt die Neuköllner Oper! Grandios bringt sie einen der farbigsten und phantasievollsten Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zurück. Wo anfangen beim Loben, wo aufhören?

Sogar die FAZ war sich nicht zu schade, der in der klitzekleinen Studiobühne der Neuköllner Oper gespielten Produktion beizuwohnen: (…) mit Charme und viel Witz erzählt von Dirk Rave. (…) Rave gelingt, auch wenn er manchmal nur haarscharf an der Klamotte vorbeischlittert, das kleine Kunststück, die heroische Operngeste mit der so gar nicht heroischen Aktion zu verknüpfen – und damit auf einer zweiten Ebene die leise Frage zu stellen, ob denn Meyerbeer tatsächlich „heroische“ Intentionen hatte, als er seine opulenten Werke zu Papier brachte.

Kurz: (…) "ein bezaubernder, professioneller Abend voll lustvoller Unterhaltung und kleinem kritischen Anspruch", wie der Rezensent von Kultur aktuell im Bayerischen Rundfunk formulierte.

Internet

Ermöglicht unwidersprochene Selbstdarstellung und schnelle Verbreitung von allem Möglichen und Unmöglichen, unlektoriert. Latent autistisch. Segen und Fluch.

Jan und Hein und Klaas und Britt

Ein Ensemble, bestehend aus Ilka Sehnert, Henry Nandzik, Christoph Reiche und Dirk Rave. Die seit 2004 entwickelten, meist maritim angehauchten Programme entziehen sich weitestgehend einer Schubladisierung. Muß man einfach gesehen haben.

Jeux de massacre

Deutscher Titel: Triumph des Todes. Theaterstück von Eugène Ionesco, zu dessen Inszenierung am theaterforum kreuzberg ich 2005 meine erste vollständig eigene Schauspielmusik komponierte. Die Ouvertüre zu Jeux de massacre ging nahtlos in die erste Szene über. Mit Konzertschluss versehen ist sie — unter dem Titel Le Marché und in einem Arrangement für zwei Akkordeons — auch das Eröffnungsstück des Konzertprogramms cacher l´art par l´art même.

Junge Hunde: Körperteile

Meine erste kleine Inszenierung an der Neuköllner Oper (1998). Neben der Selbstverständlichkeit eines mindestens ansehbaren Theaterabends, war die weiterführende Aufgabenstellung, vier Gesangstudenten und Musik, in der Körperteile vorkommen unter einen Hut zu bringen.

Die taz fand seinerzeit: (...) Veranstaltungen zur Förderung sängerischer Talente sind oft zweifelhafte Vergnügen. Daß es anders geht, zeigt die Reihe Junge Hunde der Neuköllner Oper. Der Opernnachwuchs kann sich hier ohne die üblichen Verklemmungen präsentieren, mit Einfallsreichtum und ohne viel Geld. Ein szenisches Korsett von Dirk Rave zwingt Musik von Haydn bis Bredemeier programmatisch zusammen, Bilder aus Arztpraxis und Café parodieren den ursprünglichen Sinn der Musik, (…) ein erfreuliches Beispiel, wie mit Ideen finanzieller Mangel kompensiert werden kann.

Und Neues Deutschland schrieb: (…) Don Giovanni kommt ausnahmsweise aus der Versenkung, gewissermaßen aus der Hölle, in die er eigentlich erst später gelangt. Ein gelungener Regie-Gag von Dirk Rave. Und es hat seinen Witz, gleich noch Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküßt aus Der Bettelstudent anzuschließen. Ein vergnüglicher Abend.

Kammerspiele Seeb

Kleines, entzückendes, von Urs Blaser geleitetes Theater in Bachenbülach, nördlich von Zürich, in dem Jan und Hein und Klaas und Britt 2010 mit Paddeldaddeldudoch zu Gast waren und vom Schweizer Publikum enthusiastisch gefeiert wurden. 2011 knüpften wir mit Wetten, nass...? an den Erfolg aus dem Vorjahr an.

Kosakenzipfel

Ein Mokka-Trüffel-Parfait mit einem Zitronencreme-Bällchen.

Kreta

Große griechische Insel mit hervorragender Küche, überwältigender Natur und einer unüberschaubaren Vielzahl archäologischer Stätten, die den Besucher der Insel ebenso überfordern, wie die dortige Antikenverwaltung.

Küchenrevue

Ein von mir 2007 konzeptioniertes und inszeniertes Stück für das damals am Saalbau Neukölln beheimatete Schauspiel Neukölln. Eine Kollage mit Rahmen und Rückblenden und Handlung. Sehr absurd. Sehr erfolgreich.

Die Berliner Morgenpost meinte: Ein praller Liederabend rund ums Schlemmen. Regisseur Dirk Rave treibt in seiner Küchenrevue nicht nur die Koloratur auf des Messers Spitze, sondern auch die Mordrate. (…) So verwandelt sich der sinnliche Hort wohlduftender Gemütlichkeit unversehens in einen blutigen Ort des Gemetzels. Zum ungewöhnlichen Menü werden Stroganoff und Extrawurst von den Brachialrockern Knorkator gereicht.

Lappen hoch! Theater Träume Tatendrang

Revue des kurtheater bitterfeld e.V. dessau, uraufgeführt im November 2011. Eine Besonderheit sämtlicher Produktionen des kurtheater bitterfeld ist die Zusammenarbeit von Profis und Laien auf und hinter der Bühne. Die Handlung der Revue: Eine Schauspielerin (Regula Steiner-Tomic) nickt in einer Probe ein, albträumt von der Theaterschließung und der darauf folgenden Gründung einer eigenen Theatertruppe und arbeitet Kollegen (Christoph Reiche), Souffleur (Dejan Brkic), Regieassistent (Simon Steger) und andere in ihren Traum ein. Neben dem Spielen der Rolle des Pförtners, die mir sogar eine Tanzeinlage abverlangt, habe ich als musikalischer Leiter die Stücke nicht nur einstudiert sondern auch arrangiert und kollagiert (La Traviata in 7 Minuten!). Selbstverständlich spiele ich auch bei einigen Musiknummern Akkordeon.

Leinwandmesser

Erzählung von Leo Tolstoi, als von Anemone Poland eingerichtetes Schauspiel mit Musik im theaterforum kreuzberg 2008 und 2010 gespielt. Für diese Inszenierung komponierte ich meine bisher umfangreichste Schauspielmusik für Akkordeon, Hufeisen, Amboß, Glasharfe, geblasene Flaschen, Percussion, Chor und einen alten, aus einem zerstörten Klavier übriggebliebenen, nur noch zum Teil mit Saiten bespannten Klavierrahmen.

Madame Pompadour

Operette von Leo Fall, die ich 2001 in einer eigenen Textfassung in Frankenberg, in Kooperation mit der dortigen Edertalschule inszenierte.

Die Frankenberger Zeitung fand: Der Berliner Regisseur Dirk Rave hatte das Ganze mit leichter Hand inszeniert. Blieb ihm in den Chorauftritten angesichts der beengten Dimensionen der Bühne kaum mehr als das Arrangement statischer Bilder, so zeigte er doch in den Solo- und Ensembleszenen, dass er sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat und die Personenführung hervorragend beherrscht.

Mama Leone

Musiktheaterstück, das im Nottke´s – das Kiez-Theater 2009 uraufgeführt wurde, Konzept, Text, Musikauswahl und Kollage, Regie und Pasta von Katja Nottke, die darüberhinaus auch selbst die Rolle der Wirtin Anna verkörpert. In weiteren Rollen Claudio Maniscalco als Kellner Bruno, Santina Maria Schrader, bzw. seit 2011 Monika Disse als Stewardess Karin, die allesamt von Volker Schindel oder mir am Akkordeon begleitet werden.

Meyerbeer, Giacomo

Einer der bedeutendsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Wer das genauso sieht, darf mich zwecks Gedankenaustausch gerne kontaktieren. Wer ihn und seine Musik nicht kennt und offenen Herzens und interessierten Geistes ist, darf mich gerne kontaktieren. Wer ihn und seine Musik kennt oder zu kennen glaubt und sie nicht schätzt, aber Interesse an einem intellektuell-philosophischen Diskurs über Musiktheater hat, darf mich gerne kontaktieren. Absolutes Kontaktverbot besteht für betonköpfige Wagnerianer und andere Gläubige, die Musik zum Religionsersatz degradieren.

Mikado, der

Eine britische, schwarzhumorige Hinrichtungs-Operette von W.S. Gilbert und Sir Arthur Sullivan. Von Nils Steinkrauss und mir 2003 aus dem englischen neu-übersetzt, im Saalbau Neukölln vom Hauptstadtkulturfonds gefördert inszeniert und mit großem Erfolg aufgeführt.

Der Tagesspiegel schrieb: In England sind sie immer noch Stars: W.S. Gilbert und Arthur Sullivan (…) leider kennt bei uns kaum jemand die aberwitzigen Sozialsatiren. Das liegt vor allem am idiomatischen Sprachwitz der Stücke. Dirk Rave und Nils Steinkrauss ist jetzt das Unmögliche gelungen: sie haben in langer, liebevoller Fummelarbeit den englischen Humor ins Deutsche übertragen.

Im Neues Deutschland war zu lesen: Am Ende tobte das Publikum. Wohl nicht oft gab es im Saalbau Neukölln so viele Vorhänge für eine Ensemble wie bei der Operettenpremiere Der Mikado. (…) und wird das in Sprache und Gestus noch von einem anarchistischen Grundton getragen, dann verbindet sich klassische Operette mit gepfefferter Gesellschaftssatire. (…) Regisseur Dirk Rave und Dramaturg Nils Steinkrauss schufen für den Saalbau eine neue deutsche Übersetzung. (…) in der herrlich frechen, subversiven und manchmal auch groben Sprache kommt der Grundton des Stückes erst richtig zur Geltung. Fazit: Eine erfrischend freche Inszenierung.

Neuköllner Oper

Kleines Opernhaus in Berlin, in dem ich in verschiedensten Funktionen gearbeitet habe. Es begann 1993 mit einer Regiehospitanz bei Peter Lund (Aurora von E.T.A. Hoffmann) und endete 2003 mit Winfried Radekes Kinderoper Arme Ritter, deren Uraufführung ich am Akkordeon spielte. Dazwischen: Kartenabreißer, Kulissenschieber, Abendspielleiter, Opernballmitorganisator, Pausengetränkeverkäufer, Notenkopist, Erkranktesekretärinersetzer, Regieassistent, Ludwig XIV., Orchestermitglied und bei zwei kleinen und einer größeren Produktion auch Regisseur (IndierInnen, 2001).

Niederdeutsche Bühne Preetz

Bi de Nedderdütsch Speeldeel in Preetz heff ick as halvwussn Jungn veermol bi dat Wihnachtsmärchen mitspeelt. Ick mutt allerdengs togeven, dat dat op hochdütsch weer, wiel de Kinners keen Platt mehr verstahn oder schnacken. Awer eenmol, bi de Valentinaden, heff ick richtich un echt ok op Plattdüütsch Theater mokt.

Nottke´s — das Kiez-Theater

Kleines, entzückendes, von der Schauspielerin Katja Nottke und ihrem Mann Nick Preiß geleitetes Theater in Lichterfelde-Ost, in dem ich seit 2009 einige Produktionen musikalisch leite und auch auf der Bühne mitwirke (u.a. Mama Leone und Wegen Emil seine unanständige Lust). Das Theater leistet sich den Luxus, keine eigene Internetpräsenz zu haben, deshalb hier statt eines Links alle relevanten Kontaktdaten: Das Nottke´s befindet sich im Jungfernstieg 4c in unmittelbarer Nähe des S- und Regional-Bahnhofes Lichterfelde-Ost. Das Kartentelefon hat die Nummer 922 74 062.

Obsoleszenz, geplante

Ein seit den 20er Jahren des 20sten Jahrhunderts gebräuchlicher Begriff der Wirtschaftstheorie, dessen realwirtschaftliche Umsetzung Ressourcen vernichtet, überflüssigen Müll produziert und letzten Endes ein Mittel der Ausbeutung ist. Auch wenn es nicht eigentlich zum Lachen ist, erklärt Loriot es am Prägnantesten: „Die bauen die Geräte absichtlich so, daß sie schnell kaputt gehen“ (Loriot, Dramatische Werke, Zürich 1981, S. 124).

Paddeldaddeldudoch

— oder Sinke wem Gesank gegeben. Das erste abendfüllende Programm von Jan und Hein und Klaas und Britt. Premiere 2007.

Der Gäubote schrieb: … Schräger geht's nicht. Das Quartett Jan und Hein und Klaas und Britt sticht mit grellem Hanseatenhumor ausgerechnet von Berlin aus in See, singt Matrosenlieder zur Weihnacht und Weihnachtslieder im Sommer, posiert mit gelben Anglerhüten auf dem Kopf, führt Slapstick und Stepptanz auf, kippt einen Korn nach dem anderen und treibt sein Publikum in haltlose Lachkrämpfe: Paddeldaddeldudoch, ein Programm, bei dem auch Hans Albers einfach nur blöd geguckt hätte, war einfach nur sensationell komisch. (...) Minutenlanges Schweigen. Dann sagt einer langsam, sehr langsam: Sitzt ´n Kukuck auf´m Baum, kommt´n Hai vorbei, sagt der Hai Kukuck, sagt der Kuckuck Hi zum Hai. Und das Trio versinkt wieder in Schweigen, während der Vierte im Bunde, Akkordeonist Hein alias Dirk Rave, eine so unendlich langsame, gedehnte Version der Capri-Fischer spielt und dem Publikum, beim Blick auf diese Szene und auf diese Gesichter, die Tränen in den Augen stehen.

Preetz

Kleinstadt im Kreis Plön in Schleswig-Holstein, in der ich 1970 am 16. Mai geboren wurde und 1989 am Friedrich-Schiller-Gymnasium mein Abitur machte. Prägender als die Tätigkeiten zur Erlangung der Hochschulreife waren die Mitwirkung in der Schultheatergruppe, im Schulchor und der englischen Theatergruppe, sowie die außerschulischen Aktivitäten: die Niederdeutsche Bühne, der Akkordeonunterricht bei Ingrid Wirth und das Mitwirken im von ihr geleiteten Akkordeonorchester der Kreismusikschule Plön, kurz aber eindrücklich auch die Mitwirkung im von KMD Detlef Schmidt geleiteten Kirchenchor. Kurz vor meinem 18. Geburtstag habe ich in Preetz ein Akkordeonquartett gegründet und auch gleich für dieses Ensemble arrangiert und komponiert.

Radeke, Winfried

Komponist und Gründer der Neuköllner Oper, bei dem ich nicht nur meine erste Regieassistenz in Berlin machte, sondern auch als Akkordeonist in einer Reihe Uraufführungen seiner Bearbeitungen und Kompositionen mitwirkte (u.a. Der Zapfen, Bracke und Arme Ritter).

Rameau, Jean-Philippe

Neben Bach und Mozart der bedeutendste Komponist des 18. Jahrhunderts. Seine Tanzmusik und Ouvertüren gehören zur großartigsten Musik aller Zeiten, die durch überbordenden, rhytmisch-harmonisch-instrumentatorischen Einfallsreichtum mitreißt und durch extremen Mut zur Reduktion und ihre oftmalige Skurrilität beeindruckt. Darüberhinaus Erfinder der Harmonielehre. Rameau hört, denkt und komponiert Musik als Aufeinanderfolge von vertikalen, gleichzeitigen, d.h. harmonischen Ereignissen, aus denen heraus sich eine Melodie entwickelt.

Rampensau

Von Gerhard Winterle und Susanne Stallmann geleitete Agentur für „schweinisch gute Künstler”, die Schwester Cordula liest Arztromane vertritt.

Reif für die Insel

Von mir inszeniertes Stück von Steffen Thiemann mit britischer Musik von Purcell bis zu den Beatles, uraufgeführt 2001 am Schloßplatztheater Köpenick. Mit dem Untertitel 100 Jahre stillgestanden im Jahr 2006 gespielt, zur Hälfte neuinszeniert oder überarbeitet.

Schenk von Waldow, Martin

macht Webdesign, Internetseiten mit verschiedenen CMS, Printdesign, professionelle Vortragsgestaltung, Marketingberatung für KMU, Werbung, Grafik, PR. Buchproduktion und Satz und hat mir diese wunderbare Homepage entworfen.

Schloßplatztheater Köpenick

Kleines, von Birgit Grimm geleitetes Theater im Südosten Berlins, an dem ich bisher viereinhalb mal als Regisseur engagiert war. (Hänsel und Gretel mit ohne Pfefferkuchen, Reif für die Insel I + II, Cinderellapop und Alles Lüge — Grille live in Concert) und mit Jan und Hein und Klaas und Britt gastierte.

Schwester Cordula liebt Arztromane

Hinreißender Theaterabend mit Saskia Kästner und mir als musiktherapeuthisch engagiertem Langzeitzivi. Saskia Kästner hat unter dem Motto „Heile Welt fürs kranke Gemüt“ aus Dutzenden von Groschenheften den ultimativen Arztroman herausdestilliert. Genauer gesagt zwei: Ich bin an meinen Eid gebunden und Russische Rache. Und das ist komisch. Saukomisch.

Die Berliner Morgenpost schreibt: Die Besucher grinsen, prusten, lachen.

Der Tagesspiegel ergänzt: Man kann sich so herrlich dem Kitsch hingeben.

Und selbst die taz analysiert korrekt: Hier wird noch jeder seelische Klumpfuß in zarte rosa Söckchen gesteckt. (...) Ja! Seufz!

Straßenmusik

Habe ich gemacht zur Finanzierung des Studiums 1990-1996. Gute Gelegenheit zum Üben und Ausprobieren neuer Stücke.

Taschenoper Lübeck

Von Taschenintendantin Margrit Dürr und Julian Metzger gegründetes, je nach Produktion wechselndes Ensemble, das große Oper für kleine Menschen macht. 2006 arrangierte ich im Auftrag der Taschenoper Der fliegende Holländer von Richard Wagner für 2 Akkordeons, 2007 in der Bearbeitung von Hoffmann´s Erzählungen für Violine und Akkordeon meinen Instrumentenpart. Ebenfalls 2007 betreute ich die Wiederaufnahme von Orpheus Reise in die Unterwelt. 2012 spiele ich mit der Taschenoper im Theater Lübeck Heinrich Marschners Vampir.

Theaterforum Kreuzberg

Kleines, vollständig unsubventioniertes, von Anemone Poland geleitetes Theater in der Eisenbahnstraße in Berlin Kreuzberg, in dem ich erstmalig 2002 in der Ballade vom großen Makabren von Michel de Gheldreode als Musiker engagiert war. 2005 komponierte ich für das Theater eine Schauspielmusik zu Jeux de massacre, 2008 Leinwandmesser und 2009 Hunger und Durst.

Toscas tausend Tode

Meine zweite kleine Inszenierung an der Neuköllner Oper (1999), ein Sterbeszenen-Pasticcio, aufgeführt im sogenannten „Sommerloch“.

Die Berliner Zeitung schrieb: ... Frau Schwinger-Werzlau hat ein Problem. Ein existenzielles sogar. Frau Schwinger-Werzlau (Ilka Sehnert) soll sterben. Und das, obwohl das für ihre Rolle gar nicht vorgesehen ist. Sie singt und spielt die Rezia, und in der Oper Oberon von Carl Maria von Weber stirbt Rezia nicht. Der Regisseur will den Tod: „Ich denke, es ist das Beste, Sie erschießen sich, bevor Sie über die Reling stürzen“ sagt der Regisseur (gesprochen vom Regisseur Dirk Rave) aus dem Off. Weil Frau Schwinger-Werzlau das nicht will, dreht sie den Spieß um. Sie erschießt den Regisseur. Ein Knall, ein Schrei, der Regisseur ist hinüber.

Und Der Tagesspiegel: ... Hier rollt sich ein zehnminütiges Mini-Drama zwischen Operndiva und Regisseur ab, werden verfremdende Pointen auf Musik und Text gesetzt. Es folgt parodistische Dichte und Kurzweil im Opernpotpourrie, das sich in abenteuerlichen Wendungen von Zauberflöte bis Carmen immer weiter beschleunigt.

Tucholsky — zwischen gestern und morgen

Von Katja Nottke konzeptioniertes und inszeniertes Tucholsky-Programm, das 2010 Premiere hatte. Mit Katja Nottke, Isabelle Gensior, Henry Nandzik und alternierend Kim Eustice am Klavier oder mir am Akkordeon.

Triumph des Todes

Siehe Jeux de massacre.

Unser Traumschiff

Musiktheaterstück von Katja Nottke, das in ihrem Nottke´s — das Kiez-Theater 2011 uraufgeführt wurde. Mit Katja Nottke, Isabelle Gensior, Claudio Maniscalco, Henry Nandzik, Christoph Keune und mir als „Blinder Passagier“ am Akkordeon.

Verliebt, Verlobt, Verheiratet

Schlager-Revue des Kabaretts Herzschmerz, die 1998 Premiere hatte und das erste Programm war, in dem ich Mechthild Velten und Gabi Wildenhayn nicht nur begleitete, sondern auch mitsang und mitspielte, sogar eine tragende Rolle hatte.

Verzasca

Beeindruckend schöner, türkis-dunkelgrüner Fluß und nach ihm benanntes Tal im Kanton Tessin in der Schweiz. Herrlichste, dünn besiedelte Landschaft, ein Wanderparadies mit traumhaften Aussichten z.B. auf den Lago maggiore. Aber Achtung! Meiner Erfahrung nach ist die Verzasca ist eine gefährliche Schöne: bei Unachtsamkeiten in Höhe der Ponte dei Salti kann man auf  glattem Stein leicht ausrutschen und sich eine „nicht-dislozierte proximale Humerusfraktur mit Ausrissfraktur des Tuberculum majus links“ zuziehen, was für Akkordeonisten eine fast sechswöchige Berufsausübungspause bedeutet.

Wagner, Richard

Selbsternannter Musikrevolutionär, in Wort wie Ton zu geschwätziger Beliebigkeit und Redundanz neigend. Antisemit.

Wat is bloß mit die Männer

Programm des Kabaretts Herzschmerz, das ich seit 2004 begleite, und in dem ich erstmalig solistische Gesangsvorträge auf einer Bühne zum Besten gab, mich selbst am Akkordeon begleitend. Hierbei handelte es sich um Couplets von Otto Reutter.

Wegen Emil seine unanständige Lust

Musiktheaterstück von Katja Nottke, das in ihrem Nottke´s – das Kiez-Theater 2010 uraufgeführt wurde. Mit Katja Nottke, Isabelle Gensior, Henry Nandzik, Nick Preiß und Boulette, sowie Volker Schindel oder mir am Akkordeon.

Wetten, nass..?

Das zweite abendfüllende Programm von Jan und Hein und Klaas und Britt. Premiere 2009 im Saalbau Neukölln.

Zapfen, der

Liederspiel von Winfried Radeke nach Texten von François Villon, uraufgeführt 1996 an der Neuköllner Oper, u.a. mit mir am Akkordeon und einer Vielzahl weiterer Instrumente im Orchester. Mitsingen und schauspielen durfte ich auch in einigen Szenen.

Zille uff´m Hinterhof

Programm des Kabaretts Herzschmerz, das 1996 Premiere hatte, bis heute manchmal gespielt wird, und das die Geburtsstunde meiner Begleitertätigkeit markiert.