Hamster, der

und die Ameise. Fabel von Gotthold Ephraim Lessing: „Ihr armseligen Ameisen, sagte ein Hamster. Verlohnt es sich der Mühe, daß ihr den ganzen Sommer arbeitet, um ein so Weniges einzusammeln? Wenn ihr meinen Vorrat sehen solltet! — Höre, antwortete eine Ameise, wenn er größer ist, als du ihn brauchst, so ist es schon recht, daß die Menschen dir nachgraben, deine Scheuren ausleeren, und dich deinen räubrischen Geiz mit dem Leben büßen lassen!“

Hänsel und Gretel mit ohne Pfefferkuchen

Stück von Steffen Thiemann unter Verwendung von Musik von Engelbert Humperdinck, 2000 uraufgeführt. Meine erste Regiearbeit am Schloßplatztheater in Berlin Köpenick. Die Inszenierung ist bis heute manchmal im Spielplan.

Zitty war da und schrieb: (…) Die Inszenierung mischt Alltagsparodie mit Krimi-Spannung. Regisseur Dirk Rave schleicht sich von hinten an: Erst mal müssen die Kids sich wie zu Hause fühlen, dann kann ihnen die Oper verpasst werden.

Und das Neue Deutschland fand: Das ist witzig, Dirk Rave hat ganz heutig inszeniert.

Harder, Doris

Regisseurin, bei der ich erstmalig in einer professionellen Theaterproduktion hospitieren konnte (Offene Zweierbeziehung) und 1992 in Salzburg meine erste Regieassistenz machte (Voll auf der Rolle).

Herz über Bord

Operette von Eduard Künneke, die ich 2004 in einer eigenen Textfassung inszenierte, angelehnt an Andreas Bisowskis Version für die Neuköllner Oper. Kooperation mit der Edertalschule Frankenberg. Solisten waren Saskia Kästner (Liliane Brand), Rosemarie Arzt (Gwendolin), Arnold Krohne (Albert) und Wolfgang Tombeux (Hans).

Herzschmerz

Berliner Kabarett mit ebensolcher Schnauze, bestehend aus Mechthild Velten (meist als Frau Senfmilch) und Gabi Wildenhayn (meist als Frau Marotzke). Manchmal auch mit mir (als Akkordeon-Paule).

Hollerö dö dudl dö

Zweites Futur bei Sonnenaufgang.

Hunger und Durst

Theaterstück von Eugène Ionesco, zu dessen Inszenierung am theaterforum kreuzberg ich 2009 eine Schauspielmusik komponierte, die z.T. Motive aus Le Prophète von Giacomo Meyerbeer verarbeitete und bei der ich erstmals auch mit vorproduzierten Tönen und Musiken arbeitete, die z.T. als Halbplayback dienten (Zwischenaktmusik). Es ist kein einziges Akkordeon-Solo enthalten.

IndierInnen

2001 in der Studiobühne der Neuköllner Oper uraufgeführtes, von mir inszeniertes, verrücktes Stück von Holger Siemann mit Musik von Giacomo Meyerbeer. Ausstattung von Heide Schiffer-El Fouly. Meine am häufigsten besprochene Regiearbeit.

Die Welt schrieb: Ein Mix zum Brüllen, denn neben gediegener Albernheit wird gleich noch ein bisschen politisches Kabarett dazu geliefert.

Theater und Konzerte in Brandenburg meinte: (…) Dank der großartigen Regie von Dirk Rave, der einfachen, aber wirkungsvollen Bühnenausstattung und der kontrastreichen Kostüme wird die Inszenierung zu einem genußvollen Augen- und Ohrenschmaus. Mit dieser Produktion wird die Neuköllner Oper ihren ohnehin guten Ruf festigen und verbessern können. (…)

Ein Einschätzung, der sich auch das Berliner Stadtmagazin Zitty anschloß: (…) Nun kommt die Neuköllner Oper! Grandios bringt sie einen der farbigsten und phantasievollsten Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts auf die Bühne zurück. Wo anfangen beim Loben, wo aufhören?

Sogar die FAZ war sich nicht zu schade, der in der klitzekleinen Studiobühne der Neuköllner Oper gespielten Produktion beizuwohnen: (…) mit Charme und viel Witz erzählt von Dirk Rave. (…) Rave gelingt, auch wenn er manchmal nur haarscharf an der Klamotte vorbeischlittert, das kleine Kunststück, die heroische Operngeste mit der so gar nicht heroischen Aktion zu verknüpfen – und damit auf einer zweiten Ebene die leise Frage zu stellen, ob denn Meyerbeer tatsächlich „heroische“ Intentionen hatte, als er seine opulenten Werke zu Papier brachte.

Kurz: (…) "ein bezaubernder, professioneller Abend voll lustvoller Unterhaltung und kleinem kritischen Anspruch", wie der Rezensent von Kultur aktuell im Bayerischen Rundfunk formulierte.

Internet

Ermöglicht unwidersprochene Selbstdarstellung und schnelle Verbreitung von allem Möglichen und Unmöglichen, unlektoriert. Latent autistisch. Segen und Fluch.

Jan und Hein und Klaas und Britt

Ein Ensemble, bestehend aus Ilka Sehnert, Henry Nandzik, Christoph Reiche und Dirk Rave. Die seit 2004 entwickelten, meist maritim angehauchten Programme entziehen sich weitestgehend einer Schubladisierung. Muß man einfach gesehen haben.

Jeux de massacre

Deutscher Titel: Triumph des Todes. Theaterstück von Eugène Ionesco, zu dessen Inszenierung am theaterforum kreuzberg ich 2005 meine erste vollständig eigene Schauspielmusik komponierte. Die Ouvertüre zu Jeux de massacre ging nahtlos in die erste Szene über. Mit Konzertschluss versehen ist sie — unter dem Titel Le Marché und in einem Arrangement für zwei Akkordeons — auch das Eröffnungsstück des Konzertprogramms cacher l´art par l´art même.

Junge Hunde: Körperteile

Meine erste kleine Inszenierung an der Neuköllner Oper (1998). Neben der Selbstverständlichkeit eines mindestens ansehbaren Theaterabends, war die weiterführende Aufgabenstellung, vier Gesangstudenten und Musik, in der Körperteile vorkommen unter einen Hut zu bringen.

Die taz fand seinerzeit: (...) Veranstaltungen zur Förderung sängerischer Talente sind oft zweifelhafte Vergnügen. Daß es anders geht, zeigt die Reihe Junge Hunde der Neuköllner Oper. Der Opernnachwuchs kann sich hier ohne die üblichen Verklemmungen präsentieren, mit Einfallsreichtum und ohne viel Geld. Ein szenisches Korsett von Dirk Rave zwingt Musik von Haydn bis Bredemeier programmatisch zusammen, Bilder aus Arztpraxis und Café parodieren den ursprünglichen Sinn der Musik, (…) ein erfreuliches Beispiel, wie mit Ideen finanzieller Mangel kompensiert werden kann.

Und Neues Deutschland schrieb: (…) Don Giovanni kommt ausnahmsweise aus der Versenkung, gewissermaßen aus der Hölle, in die er eigentlich erst später gelangt. Ein gelungener Regie-Gag von Dirk Rave. Und es hat seinen Witz, gleich noch Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküßt aus Der Bettelstudent anzuschließen. Ein vergnüglicher Abend.

Kammerspiele Seeb

Kleines, entzückendes, von Urs Blaser geleitetes Theater in Bachenbülach, nördlich von Zürich, in dem Jan und Hein und Klaas und Britt 2010 mit Paddeldaddeldudoch zu Gast waren und vom Schweizer Publikum enthusiastisch gefeiert wurden. 2011 knüpften wir mit Wetten, nass...? an den Erfolg aus dem Vorjahr an.

Kosakenzipfel

Ein Mokka-Trüffel-Parfait mit einem Zitronencreme-Bällchen.

Kreta

Große griechische Insel mit hervorragender Küche, überwältigender Natur und einer unüberschaubaren Vielzahl archäologischer Stätten, die den Besucher der Insel ebenso überfordern, wie die dortige Antikenverwaltung.

Küchenrevue

Ein von mir 2007 konzeptioniertes und inszeniertes Stück für das damals am Saalbau Neukölln beheimatete Schauspiel Neukölln. Eine Kollage mit Rahmen und Rückblenden und Handlung. Sehr absurd. Sehr erfolgreich.

Die Berliner Morgenpost meinte: Ein praller Liederabend rund ums Schlemmen. Regisseur Dirk Rave treibt in seiner Küchenrevue nicht nur die Koloratur auf des Messers Spitze, sondern auch die Mordrate. (…) So verwandelt sich der sinnliche Hort wohlduftender Gemütlichkeit unversehens in einen blutigen Ort des Gemetzels. Zum ungewöhnlichen Menü werden Stroganoff und Extrawurst von den Brachialrockern Knorkator gereicht.